Wer aus nördlicher Richtung anreiste, der erblickte kurz vor dem Ziel die 36,2 Meter hohe Diemelsee-Staumauer, mit deren Bau im Jahre 1920 begonnen und die, unterbrochen durch den 1. Weltkrieg, 1923 fertig gestellt wurde.

Niemand, der am Morgen des Ostersamstag 2006 den unweit der Staumauer gelegenen Fährhaus-Parkplatz ansteuerte, konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass auf dem Ottonenhof  Limousin-Rinder gezüchtet werden und Luis Peter, der Gründer des Unternehmens, welches später von Continental übernommen wurde, seinem Geburtsort Alleringhausen im Jahre 1905 eine Kirche stiftete.

Doch wer bereits schon einmal in den vergangenen Jahren an einem von Willi Schneider und seinem Team organisierten Wankel-Ostertreffen teilgenommen hatte, der war bereits darauf gefasst, dass das Bordbuch für die Rundfahrt durch das Upland wieder solche Überraschungen beinhalten würde.

Rund 50 Oldtimer- und Wankel-Fahrzeuge, die bis kurz vor 11:00 Uhr auf dem Fährhaus-Parkplatz eintrafen, bildeten die bisher höchste Teilnehmerzahl an einem Wankel-Ostertreffen am Diemelsee. Kein Wunder also, dass zahlreiche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besucher angelockt wurden, die sich für die gepflegten Fahrzeugen interessierten und ihre  Kameras klicken liessen.

Die Abfahrt der Fahrzeuge zur ca. 80 Km
langen Rundfahrt erfolgte in kurzen Zeitab- ständen. So wurde der allgemeine Straßen- verkehr nicht behindert und die Teilnehmer
hatten genügend Zeit, das Bordbuch vorab zu studieren.
Wie man es anstellte, dem beschriebenen “Straßenverlauf zu folgen” war ja noch einfach, doch zu klären, wem die Kirche einst gehörte,
in deren altehrwürdigen Mauern heute das Bier aus den  Zapfhähnen der Kneipe “Don Camillo” strömt, das war schon schwieriger.
Heute weiss jeder Teilnehmer, dass sich die Quelle der Diemel in Usseln befindet, der Parkplatz “Am Stryck” auf einer Höhe von 610 Metern über dem Meeresspiegel liegt und das
es sich bei dem alten Gemäuer in Goldhausen um die “Burg Eisenberg” handelt.

Die “sportlichen Fähigkeiten” der Oldtimer- und Wankelfreunde wurden unterwegs auf besondere Art und Weise auf die Probe gestellt.
Schließlich versucht man nicht alle Tage einer Dame fünf Tennisbälle in den Ausschnitt zu werfen (zugegeben, es handelte sich um eine Schaufensterpuppe) und für gewöhnlich spielt man auf einem Rastplatz auch nicht Tischfussball.

Nach dieser heimatkundlichen Tour durch das Upland, die allen sehr viel Spaß bereitete, fanden sich die Teilnehmer auf dem Parkplatz der “Firma ITT Industries” in Marsberg/Bredelar ein. Dort wurde die letzte Aufgabe bewältigt, die zwar leicht, aber dennoch nicht alltäglich war:
Handy-Weitwurf war angesagt! Nein, nicht mit dem eigenen Handy, sondern mit älteren Geräten, die ihre beste Zeit spätestens nach den Würfen von bis zu 25 Metern hinter sich hatten. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Firma ITT Industries fertigt als Zulieferer für die Autoindustrie Treibstoff- und Bremsleitungen an. Ein geführter Rundgang durch die Werks- hallen vermittelte einen gute Überblick über die Herstellung der Qualitätsprodukte.

Während des gesamten Tages gab es
genügend Zeit für Benzingespräche, die mit Sachverstand und Enthusiasmus bei geschlossenen und geöffneten Motorhauben geführt wurden. Dabei wurde den mit Wankelmotoren bestückten Fahrzeugen ein besonders großes Interesse gewidmet.

Das “altes Blech”, oder viel treffender gesagt, “Technisches Kulturgut”, fast endlos Ge-
sprächs stoff bieten kann, wurde bei der anschliessenden Kaffeetafel im “Deutschen Haus” in Marsberg, einem Städtchen mit rund 21.900 Einwohnern, unter Beweis gestellt.
Hier sollte sich aber auch beweisen, wer mit wachem Auge und sportlichem Geist sein “geliebtes Schätzchen” durch das Upland gesteuert hatte.
Willi Schneider brachte es mit der Siegerehrung an den Tag und überreichte unter viel Beifall den ersten Preis an Olaf Buchholz.

In den frühen Abendstunden begaben sich die Teilnehmer auf die Heimreise nach Hamburg, Heinsberg, Siegen, Duisburg, Siegburg und,
und, und ..... .

Vielen Dank an Willi Schneider und sein hilfreiches Team für die hervorragende Organisation. Es war ein schöner Tag im Kreise gleichgesinnter Oldtimer- und Wankelfreunde. Die oft gehörten Worte “wir kommen nächstes Jahr wieder” sind der Beweis dafür, dass es allen Teilnehmern sehr gut gefallen hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

16.04.2006 / Walter Huettenhain

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